Praktikum bei Matthias Möhle. Ein Einblick in den Alltag als Landtagsabgeordneter

Von Denise Runge

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Als Vorbereitung für mein Jurastudium entschied ich mich, bei Matthias Möhle ein 3-wöchiges, freiwilliges Praktikum zu absolvieren. Ich erhoffte mir hiervon, möglichst viele und umfangreiche Einblicke in politische Handlungsprozesse zu bekommen und einmal „hinter die Kulissen“ schauen zu können. Natürlich hatte ich zu Beginn meinen Praktikums gewisse Vorstellungen, was mich während dieser Zeit erwarten würde. Wie wahrscheinlich die meisten von uns dachte ich zu dem Zeitpunkt, dass die Arbeit eines Landtagsabgeordneten vor allem aus langwierigen und schwer verständlichen Sitzungen im Plenum bestünde.
 

 

Aufgrund der Tatsache, dass aber eben diese Sitzungen erst in der dritten Woche meines Praktikums stattfanden, wurde mir gleich zu Beginn meiner Zeit verdeutlicht, dass die Landtagsarbeit weit mehr beinhaltet als langweilige Sitzungen.
Da man als Landtagsabgeordneter ein von den Bürgern gewählter Vertreter ist, erwarten diese von ihrem Abgeordneten natürlich auch ein gewisses Interesse und Teilnahme an ihrem Leben. Umgekehrt ist natürlich auch der Abgeordnete an diesen Kontakten interessiert, denn nur durch Gespräche und Diskussionen kann man erfahren, was die Menschen bewegt und für welche Themen man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen sollte einzusetzen. Da also die Nähe zu den Bürgern das A und O für einen Politiker ist, begleitete ich Matthias Möhle zu einigen Veranstaltungen, die vor allem helfen sollten, eben diese Bürgernähe zu pflegen; Beispiele sind die Aufzeichnung der Sendung ,,Hallo Niedersachen“ auf dem Ilseder Hüttengelände, die Einweihung der neuen Mensa der Eichendorffschule oder das Oktoberfest in Wendeburg.


Da Matthias Möhle zudem Abgeordneter des Peiner Kreistages ist, durfte ich ihn auch hier zu entsprechenden Veranstaltungen begleiten.
Im Peiner Kreistag werden all jene Entscheidungen getroffen, die die Einwohner des Landkreises Peine betreffen. Die Mitglieder der verschiedenen Fraktionen sind hierbei in sogenannten Ausschüssen organisiert, in denen gewisse Themen im Vorfeld in kleineren Gruppen diskutiert werden, bevor sie dann im Kreistag zur Sprache gebracht werden. Ein Beispiel hierfür ist der Ausschuss für Soziales.

Während der eigentlichen Sitzungen wurde z.B. der geplante Bau der Hähnchenmastanlagen im Kreis Peine ausführlich diskutiert, da dies ein aktuelles Thema ist, welches viele Peiner Bürger beschäftigt und zu dem es sehr viele verschiedene Ansichten gibt, die natürlich alle Beachtung finden sollen.


In der dritten Woche meines Praktikums war es dann endlich soweit- die Sitzungswoche im Niedersächsischen Landtag, zu der ich Matthias Möhle ebenfalls begleiten durfte, begann.
Schon in den Tagen vorher fanden immer wieder Treffen in den Ausschüssen statt, die es im Landtag ebenso wie im Kreistag auch gibt.
Ein großer Teil der Landtagsarbeit findet vor allem in diesen Ausschüssen statt, die Einteilung in verschiedene kleinere Ausschüsse wie den ,,Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration“ oder den ,,Ausschuss für Inneres und Sport“ erlaubt eine intensivere und spezialisierte Behandlung der Themen, als es im großen Rahmen möglich wäre.
Natürlich standen auch Treffen mit der SPD-Landtagsfraktion auf dem Plan, denn es ist schließlich notwendig, dass sich die Mitglieder einer Fraktion im Vorfeld über ihre Ziele und Pläne beraten.

Besonders erwähnen möchte ich auch eine Exkursion die wir mit den „SPD-Kollegen“ des Ausschusses für Wirtschaft und Kultur unternahmen. Diese führte uns nach Alfeld zum sogenannten Fagus-Werk, eine Fabrikanlage, die aufgrund ihres architektonischen Stils unter Denkmalschutz steht und seit 1997 auf der Anwärterliste als UNESCO-Weltkulturerbe steht.
Auch solche Exkursionen gehören zum Alltag eines Landtagsabgeordneten, denn schließlich ist es wichtig, sich ein Bild von wichtigen oder aktuellen Ereignissen in Niedersachsen zu machen.

Aufgrund dieser im Vorfeld stattfindenden Treffen war ich zu Beginn der Sitzungswoche schon gut auf einige wichtige Themen vorbereitet. Schon in den Tagen vorher konnte ich viel über die anstehenden Tagesordnungspunkte erfahren und mir ein Bild von der vielen Arbeit machen, die außerhalb der Sitzungen hinter den Kulissen stattfindet und von denen wir als Bürger kaum etwas mitbekommen.
Daher dienen diese Plenumssitzungen den Bürgern vor allem als Möglichkeit, aktuellen Geschehnissen in der Landespolitik folgen zu können.

Uns standen drei lange Tage bevor- die Sitzungen begannen morgens um 9.00 Uhr und endeten erst gegen 19.30 Uhr, wenn alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet waren.
Zu jedem der zu diskutierenden Thema erhielten die Fraktionen eine bestimmte Redezeit und für mich war es sehr interessant, einmal verschiedene Meinungen zu einem Thema und die daraus resultierenden, teils heftigen Diskussionen mitverfolgen zu können.
Auch wenn manche Punkte zu Beginn noch etwas undurchsichtig waren, gelang es mir schnell, den spannenden Debatten folgen zu können und manche vielleicht bereits in den Ausschüssen diskutierte Themen wiederzuerkennen.
Auch wenn mich die lange Sitzungszeit und der Gedanke an vermeintlich langweilige Themen zu Beginn der Sitzungen eher abgeschreckt haben, kann ich sagen, dass sich diese Vorurteile auf keinen Fall bestätigt haben. Die Sitzungen waren sehr interessant und weitaus spannender, als man es sich vielleicht vorstellen mag.


Natürlich ist dies nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich in den drei Wochen meines Praktikums erleben durfte. Da die Arbeit eines Landtagsabgeordneten jedoch so spannend und vielfältig ist, ist es kaum möglich, dies alles hier aufzuzählen. Natürlich ist dieses Mandat auch mit einem großen Zeitaufwand verbunden- Wochenendarbeit inklusive.
Wenn ich jedoch eins gelernt habe, dann ist es, dass die alles andere als langweiligen Plenumssitzungen nur einen kleinen Teil der Arbeit eines Abgeordneten ausmachen. Landtagsabgeordneter zu sein beinhaltet so viel mehr, als ich es mir zu Beginn meines Praktikums ausmalen konnte und ich bin froh, die Möglichkeit bekommen zu haben, eben diesen Einblick in die politische Arbeit zu erhalten.
Ich denke es wird deutlich, wie gut mir mein Praktikum gefallen hat und ich kann nur jedem, dem sich diese Möglichkeit ebenfalls bietet, raten, diese wahrzunehmen und sich selbst ein Bild von der umfangreichen und vor allem sehr spannenden Arbeit zu machen!