Umfangreicher Einblick ins Klinikum Peine

Matthias Möhle war zu Besuch im Klinikum Peine, um sich als Landtagsabgeordner, der im Niedersächsischen Landtag im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit tätig ist, ein eigenes Bild von der Lage zu machen.


Zu einer umfangreichen Visite auf mehreren Stationen im Peiner Klinikum ist Matthias Möhle an diesem Freitagmorgen angemeldet. Um 8.00 Uhr empfängt der Verwaltungsdirektor des Peiner Klinikums, Arturo Junge, und Pflegedirektor, Olaf Abraham, Matthias Möhle herzlich. „Ich denke nicht, dass Sie nachher nach Ihrem ersten operativen Eingriff immer noch Politiker sein wollen.“ scherzt Verwaltungsdirektor Junge, bevor er Matthias Möhle zu seiner ersten Station an diesem Tag bringt. Mit einem Laufzettel versehen wird Möhle von den Mitarbeiterinnen des Klinikums nach ca. dreißig Minuten auf jeder Station weiter zur nächsten Station gebracht.

 

P10101581

1. Freitag, 08.10 Uhr | Zentrale Notaufnahme
Es ist ruhiger Morgen in der Notaufnahme an diesem Freitag. Freundlich empfängt die Leiterin der Notaufnahme, Frau Mehrmann, den SPD-Abgeordneten. Sichtlich erfreut über den Besuch zeigt sie Matthias Möhle die Abläufe der Station. Bei einem kleinen Rundgang stellt sie klar: „Die räumlichen Gegebenheiten sind zu klein für das Klinikum. Darum freuen wir uns alle umso mehr, dass ein Umzug der kompletten Notaufnahme in absehbarer Zeit ansteht.“ Interessiert fragt Möhle nach dem Umfang der Bürotätigkeiten. Es stellt sich heraus, dass dies ein großer Arbeitsschwerpunkt in der Tätigkeit als Krankenschwester ist. „Wir dokumentieren und fotografieren z.B. alle Vorverletzungen der Patienten, damit uns nicht unterstellt werden kann, dass diese hier bei uns passiert sind.“ sagt die Leiterin.
 

 

2. Freitag, 08.42 Uhr | Station 11 / Geburtenstation
Den nächsten überaus herzlichen Empfang beschert Frau Dolling, die Leiterin der Geburtenstation, dem Landtagsabgeordneten. „Das finde ich ja toll, dass Sie vorbei kommen.“ kommentiert sie. „Diese Station wurde schon ein bisschen umgebaut und farblich verändert. Sie soll aber auch noch komplett umgebaut werden.“ meint sie weiter.
„Es reicht erstmal zu sehen, dass sich nach und nach etwas verändert. Mir ist durchaus bewusst, wie viel Geld dazu benötigt wird.“ meint die Leiterin weiter. Die Geburtenstation nimmt von montags bis mittwochs auch andere Patienten aus dem Klinikum auf. Dort liegen auch oft ältere Patienten. Da entsteht ab und an zusätzliche Arbeit. Froh ist die Stationsleiterin auch über die zusätzliche Hilfskraft auf der Station. „Ich bin froh, dass es diese Arbeitsstelle zusätzlich gibt. Die Mitarbeiterin kümmert sich um viele Bürotätigkeiten und Telefonate. Eine absolute Hilfe in der Arbeit mit den Patienten.“.
 

 

3. Freitag, 09.09 Uhr | Herzkatheterlabor
„Wollen Sie mit rein? Dann müssen Sie sich umziehen.“ meint Frau Hennings vom Herzkatheterlabor. „Frau Dr. Wacker vollzieht gleich bei einer Patientin eine Herzkatheteruntersuchung“. Bedacht bejaht Möhle das Angebot und erinnert sich an die Sätze von Herrn Junge in der Begrüßung. Umgezogen und in Sicherheitskleidung kehrt Möhle zurück in den Saal. Maschinen laufen, ein Piepton ist zu hören. Leicht angespannte Stimmung beim Landtagsabgeordneten. Frau Dr. Wacker ist dagegen voll und ganz in ihrem Element. „Das ist schon Routine.“ meint sie. Detalliert erklärt sie dem Abgeordneten jeden Schritt den sie durchführt. „Eine kleine Sonde wird über die Leiste bis zum Herz geschoben. Dann wird Kontrastmittel gespritzt. So sehen wir dann auf dem Monitor, ob sich Verengungen im Herz befinden.“ Bei dieser Patientin aber alles in Ordnung. Erleichterung auch beim Abgeordneten.
 

 

4. Freitag, 09.39 Uhr | OP
Nach dem sehr beeindruckenden Erlebnis geht es zu einer weiteren interessanten Station weiter. Frau Lages, die den Tag Leiterin von gleich zwei Stationen ist, begrüßt Möhle und gibt ihm in einem intensiven Gespräch ihre Ansichten im Bereich der Pflege weiter. Sie appelierte an die Politik und Gewerkschaften: „Eine Pflegekammer ist unbedingt von Nöten. Die Pflegeberufe werden in den kommenden Zeiten immer wichtiger und wir brauchen qualifizierte Fachkräfte. Der Notstand ist jetzt schon da.“ Leider stellt sie auch fest, dass viele Mitarbeiterinnen nach der Schwangerschaft aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht zurück ins Klinikum kehren. Lages und Möhle sind sich aber einig, dass mehr Geld sich nicht automatisch positiv auswirken würde. „Die Mitarbeiter, die hier arbeiten, machen das mit vollem Einsatz und mit „Herzblut“. Das könnte verloren gehen, wenn den Beruf nur das Geld attraktiv macht. Aber unterbezahlt ist der Job allemal.“ In der kommenden Zeit wird für Mitarbeiter des Klinikums eine Kinderbetreuung eingerichtet, um das Verhältnis von Beruf und Familie besser in den Einklang zu bringen. Von 6.00-23.00 Uhr sollen die Kinder dort betreut werden. Auch im OP-Bereich wird es Umbaumaßnahmen geben. Die Operationssäle werden alle erneuert. Die jetzigen Säle stammen noch aus dem Jahr 1972, dem Eröffnungsjahr. Insgesamt hat das Klinikum zurzeit fünf Operationssäle, die voll ausgelastet sind.
 

 
P10101611

5. Freitag, 10.12 Uhr | Intensivstation
Frau Munsky, die Leiterin der Intensivstation, begrüßt Matthias Möhle und freute sich sichtlich über seinen Besuch. „Dann will ich Ihnen mal die neue Station zeigen. Das ist wie in einer anderen Welt.“ meint sie stolz. Durch eine Tür geht es in den Bereich der Intensivstation. Und sie hat recht. Wie in einer anderen Welt. „Was man doch äußerlich mit Farbe und anderer Beleuchtung verändern kann.“ stellt Möhle fest. Jedoch war das bei der Komplettsanierung nicht das Einzige, was geändert wurde.
Die Intensivstation besteht aus sechs Zimmern, die ständig überwacht sind, und einige weitere Zimmer. „Das hier ist ein echter Knochenjob. Aber dadurch, dass Azubis in ihrer Ausbildung alle Stationen hier im Klinikum besuchen, gibt es jedes Jahr einige, die merken, dass die Intensivstation ihr Wunscharbeitsplatz ist. So war das auch bei mir.“ resümiert die taffe Stationsleiterin. Als Intensivpfleger wird eine zussätzliche Ausbildung an das Examen gehängt. „Die Weiterbildung ist Arbeitszeit. Dabei gibt es dann keine finanzielle Benachteiligung.“ sagte Frau Munsky. Allerdings gibt es nach der Zusatzqualifikation keine Lohnerhöhung.
 

 

6. Freitag, 10.40 Uhr | Küche
Verwaltungsdirektor Junge und Pflegedirektor Abraham holen den Abgeordneten von der Station ab und gehen zu Herrn Kühnemund, dem Küchenchef des Klinikums. Der komplette Umbau der Großküche war beeindruckend. „Die Geräte sind der Mercedes unter den Küchengeräten auf dem Markt.“ präsentiert der Küchenchef stolz. „Die Gerichte werden in der Küche zubereitet, vorgegart und leicht erwärmt. Das letztliche Erhitzen der Gerichte passiert aber erst auf dem Weg zu den einzelnen Stationen.“ Das wird durch ein ausgeklügeltes Induktionsverfahren mit den Tellern in den Rollwagen umgesetzt. „Früher waren die Gerichte eiskalt, wenn sie beim Patienten ankamen. Das hat sich unheimlich geändert.“ erinnert Kühnemund.
 

 

Freitag, 11.06 Uhr | Rundgang
Der anschließende Punkt auf dem Tagesplan war ein Rundgang durch das gesamte Klinikum. Der Verwaltungsdirektor sowie der Pflegedirektor zeigen dem Abgeordneten die unterschiedlichen Bauabschnitte und Umbaumaßnahmen auf dem Gelände. „Peine wird zu einem Zukunftsstandort.“ präsentiert Arturo Junge stolz die Tätigkeiten im Klinikum. Auch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Arztpraxen im Landkreis Peine läuft immer besser. „Einige Ärzte nutzen unsere Räumlichkeiten auch mit. Das erfreut uns natürlich.“ sagt der Pflegedirektor Abraham.

 
P10101623

Zum Abschluss fand ein intensiver Austausch mit dem Betriebsrat und dem Direktorium des Klinikums statt. Dabei ging es u.a. um die Themen des Umbaus, Zentralisierung bzw. Dezentralisierung von Kliniken und um den Mangel an Pflegekräften und Ärzten.

Abschließend sagt Möhle: „Ich bedanke mich herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mich so freundlich empfangen haben, und mir es ermöglicht haben einen Einblick zu bekommen. Ich möchte sie gerne zu einem Besuch in den Landtag einladen.“