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Offene Bürgeranfrage an Matthias Möhle

19. Mai 2010

Frage: Warum sind wir Deutschen so „politikmüde“? Sind Landes- oder Bundespolitiker zu abgehoben?

Antwort von Matthias Möhle:

Sie sprechen ein interessantes und gleichsam wichtiges Thema an, welches ich nicht pauschal mit einem Satz beantworten kann.

Fakt ist, niemand würde heute die Tatsache abstreiten, dass die Politikbegeisterung unter vielen Deutschen schwindet. Gerade in den Zeiten der Immobilien- und Finanzkrise, die sich gerade asymmetrisch auf andere Bereiche unseres Lebens ausweitet, sind Vorgänge und Entscheidungen in der Politik für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger nur noch schwer nachvollziehbar. Zudem vergrößert sich die „Schere“ zwischen Arm und Reich immer mehr und egoistische Spekulanten versuchen dezidiert ganze Staaten in den Ruin zu treiben. Diese Entwicklungen verunsichern, zu Recht, viele Menschen bei ihrem täglichen Leben. Sie reagieren dadurch eher durch Enthaltungen bei demokratischen Entscheidungen. Diese grundsätzlichen Probleme sind meiner Ansicht nach nur mit allen demokratischen Parteien zu bewältigen, unabhängig von politischen Ansichten. Alltägliche Politikerschelte ist kein Ersatz für Politik.

Doch sehe ich bei meiner Arbeit als Landtagsabgeordneter regelmäßig auch ein anderes Bild. Viele Menschen in Peine und Umgebung sind interessiert an der Politik und wollen sich beteiligen. Oft fehlt aber der richtige Ansprechpartner. Gerade in heiklen Themen wie der Überlegung einer Kopfpauschale im Gesundheitswesen oder bei bildungspolitischen Themen erlebe ich reges Interesse bei der Entscheidungsfindung. Was mich ganz besonders positiv stimmt ist, dass oft auch viele Jugendliche sich an den Diskussionen beteiligen und sich für ihre Meinung stark machen; oftmals sind sie noch gar nicht wahlberechtigt.

Durch den nahen Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürger sehe ich mich nicht als „abgehoben“. Gewählte Volksvertreter sollten das auch nicht sein, denn sie sollen die Meinungen der Wähler in den Parlamenten vertreten und nicht „über“ dem Bürger gestellt sein.



 

 

 
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